Eine Möwe, die flügge macht - NW vom 01.04.2014

31. März 2014
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"Möwe - Mögliche Wege" heißt eine neue Wohngruppe für Kinder und Jugendliche des Vereins für Soziale Arbeit und Beratung (VAB). Die stationäre Wohngruppe bietet Platz für neun Kinder und Jugendliche. Genutzt werden die großzügigen Räume, die bis zur Fusion der beiden Vereine vom Verein "Der Anleger" genutzt worden waren."Die Gründe, warum Kinder oder Jugendliche in einer stationären Einrichtung untergebracht werden, können unterschiedlich sein", sagte Willi Böke, pädagogischer Leiter beim VAB und zuständig für die Wohngruppe. Das könnten etwa Alkohol, Drogen oder familiäre Probleme sein.

Die Jugendlichen werden in Abstimmung mit dem zuständigen Jugendamt untergebracht. "Manchmal entscheidet das Gericht, manchmal zwingt Kindswohlgefährdung das Jugendamt zum Handeln, manchmal erfolgt die Unterbringung in Absprache mit den mobilen aufsuchenden Hilfen des Jugendamtes", so Böke. Ziele der Maßnahme werden jeweils eng zwischen Jugendamt und freiem Träger festgesetzt. "Mit monatlichen Kosten von rund 3.500 Euro pro Platz ist die stationäre Unterbringung auch die teuerste Maßnahme im Jugendhilfebereich.
Ziel ist es, den Kindern mögliche Wege zu einem stabilen und selbstständigen Leben aufzuzeigen. Den neun jugendlichen Bewohnern stehen 250 Quadratmeter zur Zerfügung. Die Einzelzimmer der Jungen und Mädchen seien größer als die vorgeschriebenen 12 bis 15 Quadratmeter, ein Wohnzimmer dient als Treffpunkt, ein großer Raum mit Esstisch und offener Küche als Sozialraum. Der obere Flur ist groß genug für einen Kicker, und auch die sanitären Einrichtungen seien auf den neuesten Stand gebracht worden. "Im Keller gibt es weitere Ausbaumöglichkeiten, in Abstimmung mit den Jugendlichen soll hier ein Partyraum und vielleicht ein Billardraum entstehen", so Böke.
Bisher beherbergt die Möwe fünf Jugendliche aus Bad Salzuflen, die von fünf pädagogischen Kräften, einer Hauswirtschafts- und einer Verwaltungskraft betreut werden. 
Zur Eröffnung der Einrichtung war auch Jugendamtsleiter Andreas Spilker gekommen, dessen Behörde prüft, ob die freien Träger alle Auflagen erfüllen. Die Stadt Herford begleitet derzeit 90 Jugendliche, die in stationären Einrichtungen betreut werden, bisher noch niemanden in der Möwe.

Ralf Bittner

NW Willi Böke